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29. Dezember 2024

Im Nebel

Nebel hing über dem Luch. Der Weg war feucht, die Luft kalt. Die Kälte kroch in die Stiefel. Alles war still. Kein Wind, keine Vögel, nur ein einzelner Graureiher flog mit ausladenden Flügelschlägen über die Weide.




Unter einer Eiche stand eine Bank. Ich spürte die Kälte des nassen Holzes und setzte mich nicht. Der Nebel drückte schwer, und ich ging weiter.

In the Fog

Fog hung over the lowland. The path was damp, the air cold. The chill crept into my boots. Everything was still. No wind, no birds—only a lone grey heron, its wide wings beating slowly over the meadow.


 
A bench stood beneath an oak tree. I felt the cold of the wet wood but didn’t sit. The fog pressed heavily, and I walked on.

16. Januar 2019

Pinien, Palmen und Piraten


Südlich vom spanischen Alicante liegt ein ruhiges Stück Mittelmeerküste

Von Jörn Boewe, junge Welt, Reisebeilage, 12.Dez. 2018


Liebstes Urlaubsland der Deutschen ist – abgesehen vom eigenen – immer noch Spanien. Meist ist »Spanien« dann aber doch nur ein Synonym für Mallorca. Wer es individueller mag, fährt ins Baskenland oder nach Andalusien. Dabei hat das Land noch eine Fülle lohnender Reiseziele, auf die man einfach nicht kommt, weil einen niemand mit der Nase drauf stößt.



Eins davon ist das Gebiet im Dreieck Alicante–Elche–Guardamar. Der südliche Teil der autonomen Gemeinschaft Valencia gehört zu diesen eher unspektakulären Weltregionen, die es im Aufmerksamkeitswettbewerb nicht auf die vorderen Plätze geschafft haben. Nichtsdestotrotz ist die Gegend eine Reise wert und gut erreichbar. Aus allen deutschen Großstädten gibt es Direktflüge nach Alicante, wenn auch nicht täglich. Die Tickets, auch die der Low Cost Carrier, sind zwar nicht so obszön billig wie die nach Palma oder Barcelona, aber doch erschwinglich. Wer ein bisschen Spaß daran hat, sich seine Unterkunft übers Internet zu suchen, für den ist die selbstorganisierte Kombination aus Flug, Mietwagen und Ferienwohnung das perfekte Arrangement.

13. Dezember 2017

Ab durch die Arktis

Mit Nordlicht und Tarifvertrag: Eine Alternative zu den Schrecken der Kreuzfahrtindustrie


Von Jörn Boewe, aus: Alternatives Reisen, Beilage der jW vom 13.12.2017

Eine Schiffsreise kann eine ausgesprochen inspirierende Angelegenheit sein. Jedenfalls ist das die Wunschvorstellung salzwasseraffiner Landratten. Ein Grund, warum der Markt für Kreuzschiffahrten seit Jahren boomt. Das Problem: Kreuzfahrtschiffe sind das genaue Gegenteil von inspirierend, wie jeder, der so etwas bereits mitgemacht hat, wenigstens insgeheim bestätigen wird. Oder man hätte es wissen müssen, wenn man jemals auch nur eine einzige Folge der ZDF-Serie »Das Traumschiff« gesehen hat. Wer dennoch mit dem Gedanken spielt, sollte vor der Buchung unbedingt David Foster Wallace’ Reportage »Schrecklich amüsant – aber in Zukunft ohne mich« lesen.



25. September 2017

27. Oktober 2014

Kein goldener Herbst

Eines der schönsten Naturphänomene des Herbstes - die Rotfärbung vieler Blätter - fiel in diesem Jahr praktisch aus. Es soll Leute geben, die so etwas gar nicht bemerken. Aber selbst denen ist vermutlich aufgefallen, dass der Oktober außergewöhnlich warm war. Das ist auch der Grund für den abgesagten "goldenen Herbst": Blätter färben sich nur rot, wenn es tagsüber sonnig, nachts aber kalt ist. Die roten Farbstoffe, sogenannte Anthocyane, entstehen nur, wenn Bäume tagsüber noch viel Zucker durch Photosynthese produzieren, es nachts aber schon zu kalt ist, um diesen vollständig aus den Blättern abzutransportieren. Manche Bäume, wie der nordamerikanische Zuckerahorn produzieren besonders viel davon - und sind für ihre ausgeprägte Herbstfärbung berühmt ("Indian Summer").

Aber lasst Euch nicht verdrießen. Ein Waldspaziergang lohnt sich immer, auch wenn die Blätter nur gelb statt rot sind ...







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